Zu viel des Guten

Lange haben wir auf den Sommer gewartet. Auf den wärmenden Sonnenschein, das üppige Grün, den Familienurlaub, die Grillabende uvm.
Jetzt ist der Sommer da, die Sonne scheint – stark und beinahe ununterbrochen. Nach der Hitzewelle freuen sich alle über eine Abkühlung. Manch einer hat unter den erhöhten Temperaturen gesundheitlich zu kämpfen und das RKI wird am Ende des Jahres die diesjährige Statistik zu der Anzahl der sogenannten Hitzetoten präsentieren.

Das zeigt: Im Guten steckt oft auch ein Gefahrenpotenzial.

Der Genuss eines Sonnenbads birgt die Gefahr eines Sonnenbrands, eines Hitzeschlags oder die Erkrankung an Hautkrebs. Manchmal ist es eben zu viel des Guten. Wer zu viele Stücke Kuchen verschlingt, wird bald von Bauchschmerzen geplagt. Wer zu lange schläft, kann sich für den Rest des Tages mit Kopfschmerzen oder Antriebslosigkeit abmühen.

Die Beispiele für ein ,zu viel des Guten‘ sind endlos. Wir sind nun mal nicht dafür geschaffen, nur Gutes permanent in hohem Maße zu genießen. Wir brauchen das richtige Maß und auch die Abwechslung.

Gott segnete die Menschheit mit einem Versprechen:
„Von nun an soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, solange die Erde besteht!“ (1Mo 8,22)

Das sorgt für das richtige Maß an Gutem und für eine große Spannbreite unserer Erfahrungen. So hat Gott die Welt und unser Leben geordnet.

David dichtete:
„Am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel.“ (Ps 30,6)

Wir wünschen uns oft ein Leben voller Glück und ohne Leid. Doch die Wahrheit ist: Wir brauchen beides. Denn die Erfahrung von Glück macht den natürlichen Mensch stolz. Das wusste auch David, wie er es so dramatisch im Psalm erzählt. Gott erschütterte seine Welt und beendete seine ‚Glücksträhne‘, ihm zum Guten, bis er sich seiner Abhängigkeit von Gott bewusst wurde und um Hilfe rief. Und Gott half.
Von stolzer Selbstsicherheit errettet singt David am Ende:
„Du hast mir meine Klage in einen Reigen verwandelt; du hast mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet!“ (Ps 33,12)

So sorgt Gott dafür, dass das Maß von Glück und Leid uns nicht schadet, sondern uns zum Besten dient!

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