Weltschmerz
Eine Schreckensnachricht jagt die andere. Manchmal registrieren wir sie nur, manchmal treffen sie uns hart. Am vergangenen Samstag erfuhr ich gleich von zwei unfassbaren Gewalttaten in der näheren Umgebung. So etwas lässt die Wenigsten kalt.
Solche Nachrichten lassen uns erahnen, wie überaus ‚sündig‘ die Sünde ist und wie fruchtbar ihre Folgen sind. Wir begreifen ein wenig mehr, was der „Fluch der Sünde“ bedeutet.
Manchmal fühlen wir Gottes Schmerz über kaputte Ehen, misshandelte Kinder, den Schrecken von Naturkatastrophen, offener Rebellion gegen Gott, Verherrlichung von Gewalttat und Sünde uvm. Wir seufzen und fragen uns vielleicht, warum Gott nicht richtet.
Damit sind wir nicht allein. „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt.“ (Röm 8,22)
Wie muss es nur Jesus ergangen sein? Er, der sogar die Gedanken der Menschen kannte, wusste viel mehr von der schieren Menge und abgrundtiefen Bosheit der Sünde um sich herum. Zudem liebte er die Menschen und seine gesamte Schöpfung, ja mehr noch seinen himmlischen Vater, gegen den doch all die Sünde in Wahrheit gerichtet ist. Wie sehr muss das seine gerechte Seele gequält haben!
Der Autor vom Psalm 119 dichtete im Vers 136: „Tränenströme fließen aus meinen Augen, weil man dein Gesetz nicht befolgt.“ Er drängte Gott: „Es ist Zeit für den HERRN, zu handeln; sie haben dein Gesetz gebrochen!“
Und auch wir verstehen nicht, warum Gottes Gericht noch nicht gekommen ist. Dabei vergessen wir, dass wir es Gottes Geduld zu verdanken haben, dass wir in der sogenannten Gnadenzeit Buße tun durften. Denn das ist der Grund für den ‚späten‘ Gerichtstermin: Er möchte, dass möglichst viele Menschen von ihrer Rebellion umkehren und errettet werden! (s. 2Pt 3,9)
Bis dahin wird es noch viel Leid auf dieser Erde zu ertragen geben. Die gute Nachricht ist: Ihr Ende, d.h. der Gerichtstermin ist festgesetzt! Und dank der unerhörten Geduld Gottes wird die göttliche Familie zu einer unzählbaren Schar herangewachsen sein! Dank Jesu, der unser Gerichtsurteil auf sich genommen hat, müssen wir dem Endgericht nicht mehr entgegen zittern, sondern dürfen mit der Schöpfung uns nach „der Offenbarung der Gottessöhne“ in Herrlichkeit sehnen. (s. Röm 8,18-19) Ja, „wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.“ (Röm 8,23)
Wir gehören schon zu Gottes großer Familie! „Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus; wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden.“
Röm 8,17
Darum, lasst uns Gott danken! Lasst uns niemals Gottes herrliche Geduld und Gnade vergessen, wenn uns erschreckende Nachrichten niederdrücken wollen. Ja, wir dürfen darüber seufzen, trauern und weinen. Und wir dürfen inmitten des Schmerzes über Gottes Geduld staunen, für seine Gnade danken und ihn über seine Souveränität anbeten! Und natürlich dürfen wir mit Johannes bitten: Komme bald, Jesus!
Denn das hat er oftmals versprochen:
„Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie sein Werk ist. Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald!“
Offenbarung 22,12.20
