Mit Kraft umgürtet

Petrus saß mit seinen Gefährten am Ufer des See Tiberias und wärmte sich am Feuer. Der Auferstandene, Jesus Christus persönlich, hatte ihnen mit Blick auf den sich im See spiegelnden, farbenprächtigen Sonnenaufgang ein köstliches Frühstück bereitet.

Für Petrus mag der gegrillte Fisch schwer verdaulich gewesen sein. Die Schönheit des Sonnenaufgangs hatte er nicht bemerkt. Erinnerungen lagen schwer auf seinem Gemüt. Jesus, sein geliebter Meister, der Messias, diente ihnen erneut am Tisch. Und das, obwohl Petrus ihn so feige verraten hatte. Vor ein paar Tagen hatte er laut getönt, er würde für Jesus sterben…

 

»Hast du mich lieb?« Jesu wiederholte Frage vertiefte seine Traurigkeit weiter.

Petrus antwortete resigniert:

»Herr, du weißt alle Dinge; du weißt, dass ich dich lieb habe.«

Ja, Jesus wusste das. Er wusste auch, was Petrus jetzt trösten würde.

»Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst.«

Petrus würde zu einem späteren Zeitpunkt sein unbedachtes Versprechen halten und seine Liebe zu seinem Herrn beweisen. Er würde Gott durch einen Märtyrertod verherrlichen.

 

Was für eine Ankündigung! Schrecklich und tröstlich zugleich.

 

Ich habe so kläglich versagt. Woher soll ich in der Zukunft den Mut und die Kraft dafür aufbringen? Werden mich nicht Angst und Schwachheit erneut überwältigen, wenn es darauf ankommt?

Vielleicht hat sich Petrus das gefragt. Selbst in viel kleineren ‚Herausforderungen‘ frage ich mich das auch. Und Du?

Wir kennen uns selbst. Wir wissen um unsere Selbstüberschätzung und unser Versagen. Garantieren können wir nichts.

 

Nun, Petrus konnte es auch nicht. Jesus hatte gesagt: „Ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst.“ Und doch garantieren Jesu Worte, dass er Gott darin verherrlichen würde.

 

Psalm 18,33 mag für Petrus ein weiteres Versprechen gewesen sein:

Gott ist es, der mich umgürtet mit Kraft und meinen Weg unsträflich macht.

» Psalm 18,33

Ja, seine Feinde würden ihn einst gürten und zu seinem letzten Weg auffordern. Doch in Wahrheit würde Gott es sein, der ihn in seiner Schwachheit und Angst mit göttlicher Kraft umgürten würde. Gott würde sicherstellen, dass auch Petrus’ letzter Weg unsträflich blieb. Er war der Garant.

Ist das nicht auch Trost für Dich und mich? Gottes Kraft wird in unserer Schwachheit vollkommen. Vertrauen wir ihm. Er wird uns zu seiner Verherrlichung zur richtigen Zeit mit seiner Kraft umgürten und dafür sorgen, dass es gelingt.

Das gilt für große Werke, wie auch für die kleinen, alltäglichen. Denn er ist im Großen wie auch im Kleinen treu!

Nach oben scrollen