Zerbruch
„Gott legt uns nicht mehr auf, als wir tragen können.“
Letzte Zeit höre ich diesen Satz des Öfteren. Vielleicht fällt er nur auf, weil ich mehr über ihn nachdenke. Und meine Gedanken formen sich zu einem Gebet.
O Gott,
entspricht diese Behauptung der Wahrheit?
Warum übersteigt die Last meine Kraft?
Warum habe ich so oft das Gefühl unter ihr zu zerbrechen?
Ist vielleicht genau das Deine Absicht?
O Herr,
bitte lege mir soviel Last auf, dass sie mir meine Abhängigkeit von Deiner Kraft vor Augen führt, aber mein Glaube an Deine Liebe nicht zerbricht.
Lege so viel Last auf, dass Deine Stärke mir tiefer erkennbar und erlebbar wird, aber mein Vertrauen in Deine Gutheit keinen Schaden nimmt.
Lege mir so viel Last auf, dass Deine Kraft in meiner Schwachheit auch für Andere sichtbar wird, meine Freude an Dir jedoch keinen Abbruch tut.
Lege soviel Last auf, wie es die Verherrlichung deines Namens am meisten fördert.
Ich bin nur ein „irdenes Gefäß“, wie Paulus schreibt, damit deine überragende Kraft in meiner Schwachheit sichtbar wird.
Du trägst mich mitsamt meiner Last. Ohne Dich wäre ich schon lange ohne Hoffnung unter der Last zusammengebrochen. Zerbrochen wie ein Tongefäß, das auf dem Boden in 1000 Stücke zerschellt. Doch in Deiner Hand darf ich kontrolliert zerbrechen, damit Du etwas Neues zu Deiner Ehre schaffst. Du zerschlägst, damit deine Hand mich in der Tiefe heilen kann (Hi 5,18). Ich will mich an Deine Verheißung festklammern, dass Du dem mit zerbrochenem Herzen nahe bist und dass Du dem mit zerschlagenem Geist hilfst (Ps 34,19). Ja, dass Du sogar bei ihm wohnst, seinen Geist belebst und sein Herz erquickst (Jes 51,15).
Und zuletzt will ich Deinem Wort fest glauben, dass Deine Kraft in der Schwachheit vollkommen wird.
Ja, denn Deine Gnade genügt.
