Gott ist eine nahe Zuflucht

Krisen kündigen sich gelegentlich an.


Bald muss der Bescheid im Briefkasten liegen, dessen Inhalt weitreichende Folgen bedeuten wird.
Nächste Woche steht der Termin beim Arzt an, bei dem die Untersuchungsergebnisse besprochen werden sollen und bei dem sich zeigen wird, ob sich der Verdacht bestätigen lässt oder nicht.
Der Blick auf den Kontostand ist ernüchternd, während Rechnungen beglichen werden wollen und das Auto damit beginnt durch unheilvolle Geräusche vehement nach einer Werkstatt zu verlangen.
Die Atmosphäre in der seit jeher schwierigen Beziehung spitzt sich weiter zu und eine schmerzvolle Konfrontation ist nur eine Frage der Zeit.

 

Manchmal lassen sich Schwierigkeiten, Krisen oder Unheil erahnen. Manch einer kann es vielleicht fühlen, wie Gliederschmerzen vor einem nahenden Gewitter.
So erging es auch dem Psalmist: „Die der Arglist nachjagen, nahen sich…“ (Ps 119,150) Er wusste, dass sich Unheil nähert. Was unternahm er deswegen? Er flehte heftig zum Herrn:

 

„Ich rufe von ganzem Herzen: HERR, erhöre mich…! Ich rufe zu dir; hilf mir… Ich komme der Morgendämmerung zuvor und schreie… Höre meine Stimme nach deiner Gnade!“ (Ps 119,145-149)

 

Er schrie zum Herrn, denn er wusste:
„Du bist nahe, o HERR!“ (Ps 119,151)

Ja, die Arglistigen näherten sich ihm, doch Gott, der Herr war näher, – näher als ein Mensch es je sein kann. Also tat er, was ein Kind Gottes in bedrohlichen Situationen tut und rief zum Herrn. David betete gleichermaßen:

Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig! Denn bei dir birgt sich meine Seele, und ich nehme Zuflucht unter dem Schatten deiner Flügel, bis das Verderben vorübergezogen ist. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache hinausführt.

» Psalm 57,2-3

Unser Herr ist eine sichere Zuflucht. Er ist uns nahe, -nur einen Hilferuf entfernt! Er nimmt sich unser an. Er birgt uns bei sich und wird uns helfen.

 

Das bedeutet nicht, dass uns niemals etwas zustoßen könnte. Dessen sind wir uns im Klaren. Und dessen war auch ich mir sehr deutlich bewusst, als mich vor einer vergangenen Untersuchung die nicht unerheblichen Risiken ängstigten. Also suchte ich Zuflucht bei Jesus und schüttete mein Herz bei ihm aus. Er erinnerte mich:

 

„Egal, was auch geschieht, es geschieht nicht ohne Gott.“

 

Diese Wahrheit brachte mein Herz zur Ruhe, zu einem glücklichen Frieden, der nur im Vertrauen zum Herrn zu finden ist. Das wird niemals die wenig beruhigende und doch so oft gebrauchte Phrase geben können: „Es wird schon nichts passieren!“


Gottes Zusage seiner Nähe, seines Schutzes, seines Wohlwollens und seiner guten Gedanken mit uns, die er als souveräner Herrscher auch durchsetzen wird, bleiben ungeachtet unserer Gefühle oder dramatischen Lage bestehen.

Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott, unser Zufluchtsort, nahe ist. Auch wenn wir ihn dann und wann nicht wahrnehmen können, ist er doch treu an unserer Seite. Mit unserem himmlischen Vater können wir durch tiefe Wasser gehen, über Mauern springen, Feinde in die Flucht schlagen und durch das Tal der Todesschatten zu einem köstlichen Festmahl gelangen.

 

Also lasst uns zu ihm rufen, uns an ihn klammern und auf seine Hilfe hoffen. Denn er hat versprochen:

Weil er sich an mich klammert, darum will ich ihn erretten; ich will ihn beschützen, weil er meinen Namen kennt. Ruft er mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn befreien und zu Ehren bringen.

» Psalm 91,14-15

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