Glück im Unglück
Wer hat eigentlich Glück?
Die erste Grillparty des Jahren haben unsere Nachbarn letzte Woche steigen lassen. Die Sonne strahlte und der Rauch stieg verräterisch zwischen den Hecken empor, während die Geruchsaromen und das Lachen des fröhlichen Beisammenseins herüberwehten. Ich schaute von meinem Fenster aus zu.
„Was für ein Glück sie doch haben!“, schoss es mir durch den Kopf. „Sie können Gottes Gaben ausgiebig genießen, so vieles, was mir versagt ist.“ Wie Asaph beneidete ich „die Übermütigen, als ich das Wohlergehen der Gottlosen sah.“ (Ps 73,3)
„Doch halt!“, musste ich mich zur Ordnung rufen. Neid ist nicht nur eine Sünde, sondern oft auch unbegründet, da er meist aus falschen Annahmen erwächst.
Ich brauchte einen Perspektivwechsel, mein Herz eine neue Ausrichtung. Der Blick aus dem Fenster bereitete mir Mühe, weil mein Herz sich von der Fassade täuschen ließ. Meine Nachbarn blieben von Leid schließlich auch nicht verschont. Eine Portion göttliche Wahrheit war genau das Richtige um die Täuschung auffliegen zu lassen.
Ich fragte mich: Wer hat in Gottes Augen eigentlich Glück?
Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!
» Matthäus 5,8
Sofort wurden mir die Seligpreisungen aus Jesu Bergpredigt präsent. Das sind jedoch bei weitem nicht die einzigen in der Bibel. Um meinen Neid endgültig in die Flucht zu schlagen, ging ich auf die Suche um herauszufinden, wen Gott in seinem Wort sonst noch „glückselig preist“. Hier ein Auszug davon:
Glückselig ist...
… dessen Gott der Herr ist! (Ps 144,15)
… der Mensch, dem vergeben wurde (Ps 31,1)
… dem Gott ohne Werke Gerechtigkeit anrechnet (Röm 4,6)
… deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden zugedeckt sind (Röm 4,7)
… wer den Herrn fürchtet (Ps 112,1)
… den Gott erwählt hat und sich ihm nahen lässt (Ps 65,5)
… dessen Stärke in Gott liegt (Ps 84,6)
… der auf Gott vertraut! (Ps 84,13)
… der Jesu Gebote tut (Joh 13,17)
… den du, HERR, züchtigst (Ps 94,12)
… wer sehende Augen und hörende Ohren hat (Mt 13,16)
… dessen Hilfe der Gott Jakobs ist (Ps 146,5)
… wem der Vater Christus offenbart (Mt 16,17)
… der arbeitet, wenn der Herr kommt (Mt 24,46)
… die Gottes Wort hören und bewahren (Lk 1,45)
… die nicht sehen und doch glauben (Joh 20,29)
… der wacht und seine Kleider bewahrt (Off 16,15)
… wer zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen ist (Off 19,9)
… wer Anteil hat an der ersten Auferstehung (20,6)
Diese Verse eröffnen eine völlig neue Perspektive! Offensichtlich definiert Gott Glück völlig anders als ein Mensch…
Ich fasse zusammen: Glückselig ist der Mensch…
…der Gottes Gnade erfährt
…der ein gottesfürchtiges Leben in Gemeinschaft mit Gott führt und
…der einst die Ewigkeit in Seiner Nähe verbringen darf.
Asaphs Zusammenfassung klingt so: „Gott nahe zu sein ist mein Glück!“ (Ps 73,28)
Ja, was habe ich nur unfassbares Glück erfahren! Aus dieser Perspektive gesehen, gehöre ich zu den Glücklichsten aller Menschen der Welt! Wow. Ganz schön beneidenswert, nicht wahr?
Auch wenn dieses Glück nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, so ist es dafür beständig, sicher, tiefgehend und reicht in die Ewigkeit.
Mein Glück ist es heute schon Gott nahe sein zu dürfen. In Gottes Nähe liegen unschätzbare Reichtümer der Gnade verborgen, die ich, wie jedes andere Kind Gottes, heute inmitten von Leid ausgiebig und ohne unerwünschte Nebenwirkung genießen darf.
Überfließendes Glück im Unglück sozusagen!
