Ein Same
Die verschwenderische Schönheit der blühenden Bäume und Büsche zu dieser Jahreszeit kann den Betrachter in seinen Bann ziehen. Der große Apfelbaum in Nachbars Garten hat es mir besonders angetan. Vielleicht säte einst das Seniorenehepaar in ihren jungen Jahren einen kleinen Apfelkern in die Erde, mit der Vorfreude auf diese Aussicht im Frühling?
Gerade während den vergangenen Festtagen musste ich beim Anblick der Blütenpracht über folgende Verse nachdenken:
Es wird gesät in Verweslichkeit und auferweckt in Unverweslichkeit;
es wird gesät in Unehre und wird auferweckt in Herrlichkeit;
es wird gesät in Schwachheit und wird auferweckt in Kraft;
es wird gesät ein natürlicher Leib, und es wird auferweckt ein geistlicher Leib.
» 1. Korinther 15,42-44
Ist es nicht ein erhebender Gedanke, dass unsere Körper Samen für die Ewigkeit sind? Selbstverständlich spüren wir Tag für Tag ein bisschen „Tod“ in uns, wenn wir zunehmend altern. Wir fühlen die Endlichkeit des Körpers, die Schwachheit, die Unehre, welche Sünde und Krankheit mit sich bringen. Ein Same muss einmal sterben, damit neues Leben entstehen kann. Einst werden wir mit ewigem Leben in einem neuen Körper beschenkt werden, welcher unverweslich, herrlich und kräftig sein wird!
Wenn aus einem kleinen Samen solch ein Baum, der im Frühling in seinem opulenten weißen Blütenkleid wie eine geschmückte Braut erstrahlen kann, – ja wie werden die Kinder Gottes im Himmel erstrahlen, für die Jesus als Erstling gestorben und auferstanden ist? Wir haben keinen Begriff davon, was uns erwartet. Paulus fand trotzdem folgende Beschreibung: „eine über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit!“ (2Kor 4,17)
Wie schön, dass Bäume und Büsche zur Zeit des Auferstehungsfestes blühen, um uns neu daran zu erinnern, dass der Tag gewiss und bald kommen wird, an dem wir zur Ehre unseres Gottes in voller Pracht erstrahlen werden! Dann wird er seine Freude an uns haben, seiner Schöpfung, die er einst mit der Vorfreude auf diese Zeit erschaffen hatte!
