Ein Leben mit chronischen Krankheiten
- mit Gott im BLick

Ein Gastbeitrag von Liane Wagner

Liebe Leserin, lieber Leser,

kĂŒrzlich wurde ich gefragt, was ich mache, wenn ich gesundheitsbedingt nichts mehr machen kann 


DarĂŒber denke ich nun öfter nach und da kam mir die Idee, Tipps und Hilfestellungen im Umgang mit gesundheitlichen Krisen und chronischer Krankheit aufzuschreiben. Zur Bereicherung fĂŒr Dich und zur Ehre unseres wunderbaren himmlischen Vaters.

FĂŒr diejenigen, die mich nicht kennen, ist es vielleicht hilfreich, wenn ich einen kurzen Einblick in meinen Alltag gewĂ€hren. Welchen persönlichen Bezug habe ich zum Kranksein? Nun neben einigen chronischen Krankheiten leide ich seit einiger Zeit an einer „exklusiven“ Erkrankung. Exklusiv insofern, da ich so ziemlich jedes Mal von Ärzten, Behörden – von „Laien“ ganz zu schweigen, die RĂŒckmeldung erhalte: „das habe ich noch nie gehört, dass es so etwas gibt und dass jemand so etwas hat“. Logisch, auf diese Premiere hĂ€tte ich verzichten können. Obwohl, will ich das wirklich? Durch Gottes Gnade darf ich immer weiter lernen, wie gesegnet das Leben ist, wenn ich zu Gottes Wegen ein „ja“ finden darf. Das bedeutet nicht, das immer alles einfach ist. Auch nicht, dass ich mir Leid und Not herbeisehnen wĂŒrde. Sondern es entspringt einem Herzen, das sich darin ĂŒbt, Gott zu jeder Zeit und jeder Lage Ehre zu bereiten. Überhaupt nicht großtuerisch, sondern kindlich vertrauensvoll.

Vielleicht habe ich Dich jetzt neugierig gemacht? Gott sei Dank habe ich nach langer Suche eine Professorin empfohlen bekommen, die diagnostizierte, was wir mit immer grĂ¶ĂŸer werdenden Gewissheit vermuteten: MCS was ausformuliert ‚Multiple Chemikalien SensitivitĂ€t‘ bedeutet. Solltest Du das recherchieren wollen, warne ich Dich vor: Du wirst nicht besonders viel finden (wer MCS eingibt landet zum Beispiel bei den McDonalds HĂ€usern oder bei einem italischen Modeunternehmen usw. 
) und das, was Du finden kannst, liest sich nicht besonders hoffnungsvoll. Zum heutigen Stand gilt diese Krankheit als chronisch unheilbar, ist als schwere Behinderung anerkannt und es gibt auch noch kein wirkliches Wissen darĂŒber, wie sie funktioniert und was entsprechend dagegen helfen könnte. Sicher, es werden Studien durchgefĂŒhrt und vieles wird ausprobiert. Die Professorin fĂŒr Umweltmedizin (dieser Rubrik ist die Krankheit zuzuordnen) gestand mir, dass sie noch nie einen solch schweren Fall hatte, denn wenn ich in Kontakt mit Duftstoffen und weiteren gewissen Chemikalien komme, laufe ich Gefahr bewusstlos zu werden und bei fehlender Erste–Hilfe daran zu versterben 


Was bedeutet das konkret fĂŒr meinen und den Alltag meines lieben Mannes Daniel?

Dass ich keinerlei Kontakte nach außen pflegen kann, wie man sich das „normalerweise“ vorstellen wĂŒrde. Einfach irgendjemanden spontan draußen (von drinnen ganz zu schweigen) zu treffen birgt immer eine Lebensgefahr und ist daher ausgeschlossen. Sprich: mein Mann regelt das komplette „externe“ Leben fĂŒr mich und ist meine einzige Schnittstelle zur Außenwelt. Jeder Brief, jedes PĂ€ckchen muss von ihm geöffnet werden und kommt ggf. zunĂ€chst in QuarantĂ€ne, bis (hoffentlich) keine Gefahr mehr davon ausgeht. EinkĂ€ufe, ApothekengĂ€nge, Arztbesuche vor Ort – fĂŒr alles bin ich auf ihn angewiesen. Seit Mitte Juni hat im Rahmen einer solchen MCS Reaktion meine GehfĂ€higkeit zum ersten Mal komplett versagt, inzwischen bin ich auf einen Rollstuhl angewiesen und noch kann keiner mit Gewissheit sagen, warum das so ist, was wir dagegen tun können und ob es noch einmal besser wird. An manchen Tagen (und die sind nicht selten) bin ich noch nicht mal in der Lage, meinen Stand zu halten und sacke sofort zusammen, um dann von Daniel vom Boden aufgehoben werden zu mĂŒssen 
 Keinesfalls schreibe ich dies alles, um Mitleid zu erregen. Es hat mich sehr bewegt, dass die besagte Professorin mir auch mitteilte, dass sie nie/selten so einen schwer betroffenen und zugleich so lebensfrohen Menschen getroffen hat. Gepriesen sei einzig Gott. Wie froh war ich, dass ich im Laufe der Videokonferenz Gelegenheit bekam, ihr das Geheimnis meiner „mentalen StĂ€rke“, wie sie es sinngemĂ€ĂŸ nannte, zu verraten: Unser Anker ist in Jesus. Halleluja.

Zugegeben, das war jetzt ausfĂŒhrlicher als gedacht.

Durch die Erfahrungen aus der Seelsorgepraxis weiß ich, dass das Mitteilen persönlicher Erlebnisse oft ein TĂŒröffner ist, denn es zeigt, wir sind alle verletzlich, auf Gottes Gnade und Hilfe angewiesen und: mir scheint, dass es mich immer wieder in GesprĂ€chen „autorisiert“, etwas zum Umgang mit Leid und Krankheit zu sagen. Nicht dass ich die Weisheit dermaßen verinnerlicht habe, nicht dass ich das Leid meines GegenĂŒbers zu 100% nachempfinden kann (wer kann das, außer Jesus?), geschweige es genauso erlebt zu haben. Dennoch: die Basis ist da, sich gemeinsam als Lernende in Gottes Schule zu betrachten.

Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in all unserer BedrÀngnis, damit wir die trösten können, die in allerlei BedrÀngnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden.

Denn wie die Leiden des Christus sich reichlich ĂŒber uns ergießen, so fließt auch durch Christus reichlich unser Trost.

» 2. Korinther 1, 3–5

Und genau das ist meine Intention mit diesem Artikel: Gott zu ehren, IHN in den Mittelpunkt zu stellen, Dich zu ermutigen und Dir hoffentlich den einen oder anderen Impuls mitzugeben. Dieser Text richtet sich an Betroffene und an solche, die im Umgang mit ihnen sensibilisiert und zum Segen sein möchten.
Ich wĂŒnsche Dir von Herzen eine gewinnbringende Lesezeit.

Gottes Reich

In seinem Wort gibt Gott uns die Verheißung, dass wir, wenn wir Gottes Ziele zu unseren grĂ¶ĂŸten Anliegen machen, erleben werden, wie er sich um alles andere sorgt. Dies praktisch auszuleben ist in jedem Lebensabschnitt individuell, doch immer wieder herausfordernd und geschieht nicht von allein. Vielleicht fĂŒhlt es sich beim ersten Nachdenken als „zu viel verlangt“ an, was Gott da fordert. Glaube mir, es lohnt sich. Wir sitzen in derselben Klasse und lernen immer weiter, wie sich das MatthĂ€us 6, 33 Prinzip auch in einem Leben geprĂ€gt vom Kranksein umsetzen lĂ€sst:

Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben.

» MatthĂ€us 6, 33, NGÜ

Das Gebet

Immer wieder darf ich erleben, wie Gott mich trÀgt, wenn ich ihn in mein Erleben involviere. Gerade in Augenblicken, wo mich die Verzweiflung der menschlichen Ausweglosigkeit packen möchte, ist das mein Nothaken.

Mit Gott zu sprechen sieht ganz unterschiedlich aus. Wenn etwas mehr KonzentrationsfĂ€higkeit vorhanden ist und ein gesundheitlicher Notfall Stunden oder Tage zurĂŒckliegt, habe ich oft die Gelegenheit mich meinem Gebetsheft zu widmen und auch Anliegen darĂŒber hinaus (Newsletter von Missionaren, Gebetshefte von Missionsorganisationen, Anliegen meiner Mitmenschen ĂŒber Kurznachrichten usw.) vor Gottes Thron zu bringen. Um mich besser auf das Gebet besinnen zu können, bete ich gerne laut. Fehlt die Kraft dazu, fĂŒhre ich meinen Dialog mit Gott gedanklich.

Liegt der Crash in jĂŒngster Vergangenheit oder befinde ich mich mittendrin, sind (wenn ĂŒberhaupt) nur kurze Stoßgebete möglich. Sehr oft ist da das laute Gebet meines Mannes mir eine Hilfe. Es erinnert mich an die Gegenwart des Herrn. Es ist Gnade zu wissen, dass liebe Menschen beten, wenn ich es selbst nicht kann. „Macht jemand von euch Schweres durch? Dann bete er!“ (Jakobus 5, 13a, NGÜ)

Das Wort Gottes

In diesem Jahr hilft mir der Plan B (Rigatio) dabei, dranzubleiben und lesen „zu mĂŒssen“. Das schaffe ich an manchen Tagen nicht. Aber meistens schon und das ist mutmachend. Oft resultiert aus der Bibellese eine Inspiration fĂŒr den nĂ€chsten Blogbeitrag, eine Erinnerung an liebe Menschen, denen ich eine Ermutigung in Form von Wahrheiten aus Gottes Wort schicken darf usw. Mir werden Gebetsanliegen bewusst und mein Denken wird durch die Schrift erneuert. Die BeschĂ€ftigung mit Gottes Wort ist DAS Allheilmittel, was immer greift, egal was los ist. Die Herausforderung ist oft nur, sich der AbhĂ€ngigkeit des Herrn bewusst zu sein und ihn anzuflehen, dass ich mir bewusst diese Zeiten einrĂ€ume, er die Zeit der Stille segnet und zu meinem Herzen spricht. Wenn mir die Kraft zum selbst lesen fehlt, profitiere ich von der Bibel-App, die mir laut vorliest. Manch ein ermutigender Bibelleseplan von YouVersion hat schon in mein Leben gesprochen und stellt „HĂ€ppchen“ dar, die Segen bringen. Die Bibel ist nicht nur der Kompass fĂŒr mein inneres Eigenleben, sondern dient mir auch als Orientierung im AlltĂ€glichen. Psalm 103 hat sich im letzten Jahr sehr oft als ein wertvolles Notfallmedikament gegen Zweifel und Anfechtung erwiesen. Auch, um mir geratene „HeilungsansĂ€tze“ im Lichte Gottes zu prĂŒfen ist sie mein Wegweiser und Anker. „Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.“ (Johannes 17, 17)

Die Danksagung

Eine Haltung, die ich seit vielen Monaten einstudieren darf. Mal mit Freuden ĂŒberfließend. Dann unter TrĂ€nen, aus Gehorsam und einem Herzen heraus, dass zu jeder Zeit bekennen möchte: Gott ist gut und tut Gutes. Ich darf ĂŒben zu danken, auch wenn ich nicht weiß, wofĂŒr das Ganze gut ist. Vor kurzem erzĂ€hlte ein Redner im Gottesdienst aus seinem Leben: Seine Schwester starb sehr jung mit circa 30 Jahren. Sie hinterließ 3 kleine Kinder im Alter von 2, 4 und 6 Jahren. Als sie starb, wollte er seinen Vater trösten mit Worten wie: „Im Himmel werden wir dann wissen warum.“ Die Antwort seines Vaters hat ihn, der inzwischen im Rentenalter ist, bis heute geprĂ€gt und berĂŒhrt mich sehr: „Nein“ sagte sein Vater, „Gott ist mir keine Rechenschaft schuldig. Ich muss ihm vertrauen!“ Dankbarkeit Gott gegenĂŒber ist ein Ausdruck des Vertrauens. Das ZĂ€hlen der Gaben Gottes fĂ€llt mir nicht immer leicht, doch es richtet mich neu aus, weg von meinen Nöten – hin zu Gott. Wir haben verschiedene Dinge ausprobiert: Das Singen zu Gottes Lob (so lange, bis uns danach zumute ist und das Herz auch inhaltlich mitsingt), ein „Dankbarkeits-Ping-Pong“, wo wir abwechselnd Segnungen Gottes aufzĂ€hlen, oder ich ĂŒberlege mir fĂŒr jeden Buchstaben im Alphabet einen Grund zum Dankbarsein. Das setzt das Augenmerk weg von meinen gesundheitlichen Miseren und lenkt meine Gedanken zu Gott, dem großen Herrn. Mehr dazu kannst Du auch in dem Buch „Danke, lieber Vater!“ finden, was ich jedem als Motivation zu Dankbarkeit und ganz besonders denjenigen ans Herz legen möchte, die leidgeprĂŒft sind und ihren Dank Gott opfern 
 „Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen; zu diesem seid ihr ja auch berufen in einem Leib; und seid dankbar!“ (Kolosser 3, 15)

Das Schreiben

FĂŒr mich wie das Atemholen, wenn die Luft dĂŒnner wird 
 Ich kann Gott dafĂŒr nur demĂŒtig „Danke“ sagen, dass ich das tun darf und er mich befĂ€higt. TagebucheintrĂ€ge, BlogbeitrĂ€ge und BĂŒcher – die Texte sind zunĂ€chst eine Predigt an mich. Dann ein Segen fĂŒr andere. Aus Gnade ist das möglich. Schon manch eine Durststrecke konnte ich ĂŒberwinden, indem ich mich dem Schreiben und damit verbundenen Nachdenken und Beten widmen konnte. Oft geht wie eingangs erwĂ€hnt nicht mehr viel. Das Laufen ist mir zuweilen unmöglich, also bin ich auf das Bett angewiesen. Mich erstaunt immer wieder, mit welch einem klaren Geist Gott mich segnet, um an Binty weiter arbeiten zu können. Oft werde ich durch sein Wort ĂŒberrascht, darf im Nachsinnen Korrektur erfahren und mich von Gott auf Kurs bringen lassen. Die allermeisten Inhalte sind in schlaflosen NĂ€chten und an gesundheitlich herausfordernden Tagen entstanden. Wenn ich im Nachhinein Artikel oder auch Kapitel fĂŒr Binty Korrektur lese, darf ich immer wieder erkennen: Das bin nicht ich. Das kann ich nicht. Das wirkt Gott! Es ist eine Geistesgabe des Herrn: „Gott hat jedem von euch Gaben geschenkt, mit denen ihr einander dienen könnt. Tut das als gute Verwalter der vielfĂ€ltigen Gnade Gottes!“ (1. Petrus 4, 10, NeÜ) Soli Deo Gloria. „Gott ist es, von dem alles kommt, durch den alles besteht und in dem alles sein Ziel hat. Ihm gebĂŒhrt die Ehre fĂŒr immer und ewig. Amen.“ (Römer 11, 36, NGÜ)

Der Dienst an Anderen

Gewiss hast Du es auch schon erlebt: Der Dienst am Anderen macht reich. Letztlich bist Du gesegnet und beschenkt, wenn Du Dich in Jesu Namen in und fĂŒr andere Menschen investierst. Wenn Dein eigenes Erleben in den Hintergrund rĂŒcken darf und Du Dich bewusst dem ErzĂ€hlen eines anderen Menschen widmest. Peter Hahne hat gesagt: „Nehmen fĂŒllt die HĂ€nde. Geben fĂŒllt das Herz.“ Das ist gewiss nicht immer leicht. Oder auch fast nie leicht. Je nachdem, wie „stark der eigene Schuh drĂŒckt“ kann es ganz schön viel Anstrengung kosten, sich auf die Not Deines NĂ€chsten einzulassen. Es lohnt sich. Damit meine ich nicht, dass wir jedes Leid dieser Welt wie ein Schwamm aufsaugen sollten. In meinem Leben gibt es immer wieder Tage, an denen ich bewusst offline gehe, weil mich Nachrichten aus aller Welt ĂŒberfordern wĂŒrden. Ich darf Verantwortung fĂŒr mein seelisches Wohlergehen ĂŒbernehmen und mich auch bewusst vor Informationen schĂŒtzen, die mir nicht guttun und mehr Schaden als Segen bringen. Ich kann z.B. fĂŒr die verfolgten Christen auf der ganzen Welt beten, ohne alle Details ihrer Schmach kennen zu mĂŒssen. Das wĂŒrde mich aktuell nur (noch mehr) belasten. So darf ich lernen, ein gutes Gleichgewicht zu finden in der ZurĂŒckgezogenheit, um aufzutanken und im Dienst fĂŒr meine Mitmenschen. Alles hat seine Zeit. Die Freundin unserer Familie betet: „Herr, mach du Programm!“ Wenn ich es Gott ĂŒberlasse, das Maß des „Lastentragens“ zu bestimmen, dann tut er es auch.

Folgende Geschichte nach Axel KĂŒhner unterstreicht den Segen, der denjenigen zuteil wird, die in Jesu Namen anderen dienen:

„Ein Missionar erzählt: Ich war im Himalaya‐Gebirge mit einem tibetanischen Begleiter unterwegs. Da überraschte uns ein gefährlicher Schneesturm. Mühsam kämpften wir uns vorwärts. Auf einmal sahen wir einen Mann im Schnee liegen. Ich wollte ihm helfen, aber mein Begleiter winkte energisch ab. Er sagte: „Wir befinden uns selbst in höchster Lebensgefahr, deshalb können wir uns nicht noch mit einem Verunglückten befassen, am Ende kommen wir alle drei um!“ Mein Begleiter ging allein weiter. Ich hob den Verunglückten auf und trug ihn mühsam auf meinem Rücken. Durch die Anstrengung wurde mir sehr warm, die Wärme übertrug sich auf den Verletzten. Er kam zu sich. Langsam kämpften wir uns beide durch und erreichten unser Ziel. Aber unterwegs fanden wir meinen Begleiter im Schnee liegen. Er war müde geworden, hatte sich niedergelegt und war dabei erfroren.

Der Missionar sagte: „Ich wollte einen Menschen retten und habe dabei mein eigenes Leben bewahrt.“ (a) 

In der Nachfolge Jesu entdecke ich immer wieder, dass Gott mich auf andere Menschen aufmerksam macht, fĂŒr die ich eine StĂŒtze werden darf. Und indem ich sie an die Verheißungen Gottes und seine unverĂ€nderliche Treue erinnere, rufe ich sie mir ebenfalls in Erinnerung. So entsteht ein Dialog auf Augenhöhe. Gott sorgt gut fĂŒr seine Kinder, auch im Miteinander. „Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfĂŒllen!“ (Galater 6, 2)

Gottes verschiedene Hilfen

Gott gebraucht auch das Miteinander in Gemeinschaft und angebotene Hilfeleistungen, um uns zu stĂ€rken. Letztlich ist er es, der sich um uns sorgt und uns mit UnterstĂŒtzung beschenkt. Daher möchte ich ihn bei jedem Punkt in den Mittelpunkt stellen. „Gott ist fĂŒr uns Zuflucht und Schutz, in Zeiten der Not schenkt er uns seine Hilfe mehr als genug.“ (Psalm 46, 2, NGÜ)

Hilfe annehmen

Verletzlichkeit zuzugeben, Hilflosigkeit auszusprechen und auch UnterstĂŒtzung zuzulassen sind SchlĂŒssel, die mir die wohltuende und aufrichtende Wahrheit aufschließen: Ich bin nicht allein. Wir sind nicht allein. Denn mein lieber Ehemann steht gewiss nichts weniger durch als ich. Wie stĂ€rkend ist es, die Gemeinde (digital) am Sonntag in FĂŒrbitte fĂŒr uns mitzuerleben. Danke Herr! Bestimmt kennst Du die Hemmschwelle, andere Leute um ihre Mithilfe zu bitten. Aber ich hoffe, dass Du ebenfalls erfahren hast, wie positiv es war, es trotzdem zu tun. Gewiss, es steckt eine Art von DemĂŒtigung darin, dazu zustehen es nicht allein zu schaffen. Doch wir leben in einer gefallenen Welt, die Wahrheit ist: niemand kann alles allein schaffen. Der Mensch braucht andere Menschen dazu. NatĂŒrlich teilst Du Deine Nöte nicht mit jedermann, dazu ermutige ich Dich auch nicht. Doch wenn Du dem anderen vertrauen kannst (oder ihm/ihr zunĂ€chst die Chance dazu gibst) will ich Dir zusprechen: Habe Mut. Oft sind es die Kleinigkeiten im Alltag, wo eine helfende Hand mehr als Gold wert ist. Welche Aufgaben könntest Du anderen ĂŒbertragen? Was musst Du zwingend allein tun? Vielleicht bist Du tatsĂ€chlich allein und hast niemanden, der Dich versteht und Dich unterstĂŒtzen könnte: Gibt es in Deinem Ort eine christliche Gemeinde, an die Du Dich wenden kannst? Denk gern eine Weile ĂŒber diesen Aspekt nach und breite Deine Überlegungen vor Gott aus.

„Mein Gott aber wird allen euren Mangel ausfĂŒllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“ (Philipper 4, 19)

Gemeinschaft erleben, NĂ€he zulassen

Dieser Punkt geht fließend in den vorherigen ĂŒber. Gemeinschaft, ein ungestilltes BedĂŒrfnis, was ich bereits öfter von Menschen mit chronischer Krankheit zu hören bekam. Viele erdulden neben körperlichen Leiden den Schmerz der Isolation. Wer erkundigt sich denn nach jemanden, den er vielleicht seit Jahren nicht mehr in der eigenen Kirchengemeinde gesehen hat? Zu meiner Schande muss ich bekennen: Wenn uns niemand diese Personen in Erinnerung ruft, geraten sie in Vergessenheit. Und das tut weh.

Die Bibel fordert uns an vielen Stellen auf, Gemeinschaft zu suchen.

Bist Du einsam und suchst Kontakte? Sprich die Familien Deiner Gemeinde an. Frage, ob Du sie besuchen darfst. Wenn Du Dich nach einem Anruf sehnst, greife selbst zum Hörer. Hat Dir schon lĂ€nger niemand ein Geschenk gemacht – wen könntest Du damit ĂŒberraschen? Du merkst: der befreiende Blick weg von Dir hin zum anderen beugt Selbstmitleid vor und beschenkt Dich, statt Dir die Freude zu rauben. Die goldene Regel der Bibel „Und wie ihr wollt, dass euch die Leute behandeln sollen, so behandelt auch ihr sie gleicherweise!“ (Lukas 6, 31) greift auch hier. In Bezug auf das Gleichnis von den anvertrauten Talenten heißt es: „Denn wer hat, dem wird gegeben werden, damit er Überfluss hat; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.“ (MatthĂ€us 25, 29) In meinem Studium lernte ich den „MatthĂ€us-Effekt“ kennen. Im ĂŒbertragenen Sinne ließe sich sagen: Wer hat, bekommt immer mehr. Wer nichts hat, verliert zunehmend. Auch wenn das vielleicht nicht auf alles im Leben zutreffen mag, bewahrheitet sich dieses Prinzip nicht nur in der beruflichen Orientierung. Die Bibel unterstreicht es an vielen Stellen: Geben ist seliger. Wer anderen Ermutigung zuteilwerden lĂ€sst, wird ebenfalls gesegnet. „Eine segnende Seele wird reichlich gesĂ€ttigt, und wer anderen zu trinken gibt, wird selbst erquickt.“ (SprĂŒche 11, 25)

Vielleicht sagst Du jetzt gedanklich „ja, aber 
“ Ich weiß, wer dauerhaft krank ist, kĂ€mpft an vielen Fronten. Dennoch ist die Gemeinschaft unter Christen eine StĂŒtze und Gottes Hilfsangebot an Dich, was Du immer wieder in Anspruch nehmen darfst – im Rahmen Deiner Möglichkeiten.

Paul Washer hat gesagt: „Umgib Dich mit Menschen, die in Dir den Wunsch nach noch mehr Heiligkeit wecken.“ Die Kraft der Gemeinschaft ist auch in dieser Hinsicht nicht zu unterschĂ€tzen. „und lasst uns aufeinander achtgeben, damit wir uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken“ (HebrĂ€er 10, 24)

Mein letzter Vor-Ort-Gottesdienst liegt nun ĂŒber ein Jahr zurĂŒck.

Die Gottesdienste in unserer Gemeinde haben noch einen „zweiten Teil“, der nach dem Amen beginnt: Gemeinschaft bei Kaffee, Tee und Keksen. Kein zu vernachlĂ€ssigender Aspekt – der Austausch von Kindern Gottes. Die Predigt darf nachbesprochen werden, Anliegen werden geteilt, Erlebnisse der letzten Woche erzĂ€hlt, wĂ€hrend die Kinder in der Turnhalle toben 
 In einer Predigt ging es genau um diesen so wichtigen Gemeinschaftsaspekt. Ich saß vor meinem Notebook im Bett und dachte sinngemĂ€ĂŸ „Toll und wie kann ich das praktizieren?!“ Da versorgte Gott mich im nĂ€chsten Augenblick mit einer großartigen Idee, denn unsere VolontĂ€rin im Ausland war ebenfalls dem Gottesdienst aus der Ferne zugeschaltet. Ich fragte sie, ob wir es uns zur Gewohnheit machen könnten, nach dem Gottesdienst miteinander zu telefonieren und auch die Predigt im Gebet nachzubereiten. Sie stimmte zu und es entstand eine Verbindung, die immer noch anhĂ€lt, obwohl sie inzwischen wieder in Deutschland ist. FĂŒr mich war das eine mutmachende Erfahrung und ich konnte so „Gott und der Gemeinde dienen“, indem ich sie in der Außenmission begleiten durfte.

Wenn die analoge Welt vor der digitalen weicht, muss Gemeinschaftspflege neu bedacht werden. Vielleicht kommt Dir das aus Zeiten der Pandemie bekannt vor. Hier ein paar GedankenanstĂ¶ĂŸe fĂŒr Dich:

  • Meine Arbeitskollegin hat sich mit mir auf ein Kaffeetrinken verabredet. Wir saßen beide vor unseren Notebooks und genossen den Austausch und eine leckere Kleinigkeit, jede das, was sie mag oder vertrĂ€gt. Das tat sehr gut. Auch als Ehepaar haben wir uns schon einige Male digital mit Freunden treffen dĂŒrfen, um so Beziehungen zu pflegen und Kontakte aufrecht zu erhalten.

  • Suche Dir verbindliche Gebetspartner, mit denen Du regelmĂ€ĂŸig am Telefon gemeinsam betest. Dadurch bleibst Du im Austausch mit anderen und nimmst Teil an ihrem Leben. RegelmĂ€ĂŸigkeiten helfen dranzubleiben. Dadurch entsteht eine gewisse NĂ€he, die Verbundenheit wĂ€chst – ein hilfreiches Werkzeug gegen Einsamkeit und Wehleidigkeit.

  • Gibt es einen Bibelkurs, welchen Du mit Glaubensgeschwistern in einem Hauskreis oder im Tandem gemeinsam bearbeiten kannst? Solltest Du Dich nicht in einer Kleingruppe treffen können, nutze digitale Medien. Ein (Video-) Telefonat ersetzt keine Vor-Ort-Treffen, ist jedoch besser als nichts 


  • Vernetze Dich (digital), um auszutauschen und gemeinsam zu beten.

„Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.“ (MatthĂ€us 18, 20)

PrioritÀten setzen

Mal angenommen Du bist in Summe kerngesund und Dich erwischt eine fiese hartnĂ€ckige ErkĂ€ltung, die Dich aus der Bahn wirft. Was tust Du? Logisch, Du setzt alles dran, um zeitnah wieder fit zu werden. Du lĂ€sst Dich krankschreiben, schonst Dich, die tĂ€glich anfallende Arbeit wird verschoben 
 alles, was warten kann, muss warten, damit nichts Deiner baldigen Genesung im Wege steht. Du sagst Termine ab, natĂŒrlich – schließlich bist Du erkrankt. Du genießt das VerstĂ€ndnis Deines Umfeldes, alle wĂŒnschen Dir eine rasche Besserung und haben viele Tipps, wie Du schnell wieder auf die Beine kommen kannst. Du trinkst fleißig Tees, schlĂ€fst viel und ruhst Dich aus. Bald ist auch diese nervige Zeit Vergangenheit, spĂ€testens nach drei Wochen sieht die Welt schon wieder wie frĂŒher aus 
 Du erstarkst und die ErkĂ€ltungszeit gerĂ€t allmĂ€hlich in Vergessenheit.

Vielleicht ahnst Du schon, worauf ich hinaus möchte. Nun, Menschen die chronisch erkrankt sind, werden (vorausgesetzt es geschieht kein Wunder) ihre Krankheit NIE ĂŒberwinden. Es gibt stabilere Phasen und Zeitpunkte, doch mit hoher Wahrscheinlichkeit verschlechtert sich die Krankheit entweder kontinuierlich oder schubweise. Chronisch kranke Menschen werden im Laufe der Jahre in der Regel krĂ€nker, statt gesĂŒnder. Woher ich das mit Bestimmtheit weiß? Nun, als BerufspĂ€dagogin an einer Pflegeschule stand die Versorgung chronisch kranker Menschen auf meinem Stundenplan und es war mir ein sehr großes Anliegen, die Auszubildenden fĂŒr den empathischen Umgang mit ihnen zu sensibilisieren. Wie Du Dir vielleicht vorstellen kannst, ist mir die Unterrichtsgestaltung ĂŒberhaupt nicht schwergefallen, da ich inzwischen ein wenig „aus dem NĂ€hkĂ€stchen“ (in 3. Person) plaudern kann – ohne, dass die anderen es bemerkten 
.

Solltest Du Dich beim Lesen persönlich angesprochen fĂŒhlen, wie geht es Dir mit Deiner Erkrankung? Wenn der gute Besserungswunsch mehr Frust als NĂ€he ausdrĂŒckt, könnte es daran liegen, dass Du Dich missverstanden fĂŒhlst. Was sagt man einem Menschen, bei dessen Leid einem die Worte fehlen? Manchmal ist genau diese Wahrheit auszusprechen erleichternd, erfrischend ehrlich. SĂ€tze wie „Kopf hoch“, „wird schon wieder“ usw. sind in den meisten FĂ€llen eher deplatziert.

Wenn das Leid Deinen Alltag, Deine KrĂ€fte, Deine Wochenplanung bestimmt, bist Du aufgefordert, PrioritĂ€ten zu setzen. Möglicherweise musst Du Deinen Tag ganz neu „umdenken“, weil Du merkst, dass Du das Kranksein völlig außer Acht gelassen hast. Vielleicht aus VerdrĂ€ngung, vielleicht auch um die „NormalitĂ€t“ so lange wie irgend möglich aufrecht zu erhalten 
 letzteres kommt mir bekannt vor. Ich habe versucht, so lange wie es geht im Homeoffice weiterzuarbeiten, obwohl mein Körper unverkennbar streikte.

Bei einer akuten Erkrankung lĂ€uft das Leben „drumherum“ im Notbetrieb. Und bei einer chronischen? Eine gewisse Routine, ein halbwegs planbarer Alltag ist sicher hilfreich, doch das Mindeste ist nicht an allen Tagen möglich.

Das VerstĂ€ndnis Deiner Mitmenschen kann Entlastung bringen, wenn Du Dich z.B. verabredest. Die Gewissheit, dass Du auch spontan absagen kannst, nimmt Druck raus und macht Mut, auch zum wiederholten Male nach einem neuen Termin zu fragen 
 Wir kennen das. Und wir wissen Menschen zu schĂ€tzen, die VerstĂ€ndnis zeigen und es nicht leid sind, mit uns (immer wieder) nach einem neuen Termin fĂŒr ein Videotreffen zu suchen, denn vielleicht klappt es beim nĂ€chsten Mal.

Plane bewusst Pausen ein, wenn Du Dir etwas vornimmst. Brauchst Du nach einem Vor-Ort-Termin mehrere Tage zur Erholung? Dann tu Dir selbst den Gefallen und ĂŒbernimm Dich nicht mit weiteren To-do`s. Wenn Gott Dir diese UmstĂ€nde zumutet, dann darfst Du sie in seinem Namen annehmen und zu seiner Ehre darin leben. Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist.

Jeannette Mokosch inspirierte mich mit dem Satz, der in etwa lautete „Ich ĂŒbernehme zu 100% die Verantwortung fĂŒr meine Situation“. Beeindruckend. In einer Zeit mit Gott ĂŒberkam es mich: Ich möchte die Verantwortung zu 100% ĂŒbernehmen, ja. In Jesu Namen will ich das Beste aus dieser Situation machen. Aber die Kontrolle, die gebe ich zu 100% ab. Da behalte ich 0% zurĂŒck, denn ich habe nichts unter Kontrolle, meine „eigene“ kleine Welt nicht im Griff. SprĂŒche 3, 5–6 sind Dir bestimmt vertraut. Doch ließ noch zwei Verse weiter: „Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen. Halte dich nicht selbst fĂŒr weise; fĂŒrchte den HERRN und weiche vom Bösen! Das wird deinem Leib Heilung bringen und deine Gebeine erquicken!“ Gott segne Dich beim Setzen Deiner PrioritĂ€ten.

Gottes Segen in KreativitÀt & positiver Ablenkung

Wir kommen zum letzten Teil dieser AusfĂŒhrung. Hier möchte ich Dir konkrete Einblicke in BeschĂ€ftigungen geben, die mir helfen, wenn ich „fast nichts“ machen kann. Auch hierin sehe ich Gottes GĂŒte, da er es ist, der uns auch mit materiellen GĂŒtern und Ideen versorgt. „Der Segen des HERRN ist es, der reich macht – eigene MĂŒhe fĂŒgt dem nichts mehr hinzu.“ (SprĂŒche 10, 22, NGÜ)

LegoÂź bauen

Meistens gemeinsam mit Daniel. Vielleicht musst Du jetzt lachen und das ist auch ausdrĂŒcklich erlaubt. Die Idee entstand in einer Zeit, in der mein Mann mit einer akuten Krankheit auf der Arbeit ausfiel und auch ich arbeitsunfĂ€hig zu Hause war. Da kauften wir uns unsere erste Pflanze aus LegoÂź, eine Orchidee. Denn davon haben wir schon viele „echte“. Wir dachten, die passt am besten in unser Repertoire.  Es hat uns beiden sehr viel Freude gemacht und nebenbei lassen sich nach Belieben auch VortrĂ€ge anhören, Erlebnisse austauschen oder Telefonate tĂ€tigen. Oder aber: wir bauen „nur“.

Inzwischen sĂ€umen manche schöne „Schnittblumen“ unsere Vasen, die alle fĂŒr viel Freude und positive Ablenkung gesorgt haben. Die meisten bekam ich von meinem lieben Mann geschenkt, wenn es mir besonders schlecht ging. Ich danke Gott fĂŒr diesen angenehmen und wenig kraftintensiven Zeitvertreib.

Ein Bibelverse Malbuch

Meine Schwester machte mit diesem Geschenk den Anfang, als ich fĂŒr eine geplante OP ins Krankenhaus kam. Die Stunden des Wartens auf das Abholen verkĂŒrzten sich damit merklich. Und auch ĂŒber ein Jahr spĂ€ter erfreuen mich weitere AusfĂŒhrungen dieser Reihe. Du kannst die Bilder auch ausschneiden, aufhĂ€ngen, verschenken 
 Der schöne „Nebeneffekt“ ist: ich habe die Gelegenheit, wĂ€hrend des Malens ĂŒber den abgedruckten Vers nachzudenken. Das gelingt mir nicht immer, aber es ist jedes Mal erfrischend. Auch wenn es nur kurz ist und ich anschließend „abschalte“, ist es eine wertvolle, entspannte Zeit.

Smartphone Nutzung fĂŒr Rezepte, EinkĂ€ufe, Recherche und Nachrichten schreiben

Um das Karussell im Kopf zum Stehenbleiben zu zwingen lese ich oft Rezepte in der CookidooÂź App (keine Werbung), ĂŒberlege, welche davon in die Wochenplanung passen könnten und mache mir Gedanken, inwiefern sich Zutaten ersetzen ließen … Das Scrollen lenkt mich ab. Ich möchte Dich nicht dazu ermutigen, Zeit zu vertrödeln. Doch diejenigen, die es kennen, wie schwer es sein kann nicht in TrĂŒbsal zu versinken, weil beispielsweise die zuvor erwĂ€hnten Optionen nicht greifen oder dafĂŒr Konzentration, Kraft, die UnterstĂŒtzung anderer fehlt, wissen, dass so eine AktivitĂ€t wahrscheinlich mit am wenigsten schadet. Wenn ich etwas fitter bin, erledige ich auch gern den Einkauf online oder recherchiere bei offenen Fragen im Netz. Bei noch mehr verfĂŒgbarer Kraft nutze ich die Zeit, um Nachrichten zu beantworten (das mache ich jedoch meist nur gern, wenn es mir etwas besser geht, weil ich nicht aus einer „negativen Stimmung“ heraus alle Welt mit unserem Leid behelligen möchte 
 oder aber ich bitte konkret um FĂŒrbitte, wenn ich den Eindruck habe, ich sollte mich mal wieder detaillierter mitteilen).

Das Lesen gewinnbringender BĂŒcher

Ich bin nicht der Typ fĂŒr Romane. Manchen hilft die „Flucht“ in eine andere Welt. Mir helfen kurze Impulse; BĂŒcher, deren Kapitel in einer bewĂ€ltigbaren LĂ€nge gehalten sind und Lebensbeispiele der Nachfolge aufzeigen. Gern teile ich die LektĂŒren mit Dir, die ich zurzeit lese und von Herzen empfehlen kann:

  • 1000 Geschenke, Eine Einladung, die FĂŒlle des Lebens mit offenen Armen zu empfangen, Ann Voskamp

  • Der SchlĂŒssel zur Freude, wie eine dankbare Haltung ihr Leben verĂ€ndert, Nancy Leigh DeMoss

  • The Path to Peace, Experiencing God’s Comfort When You’re Overwhelmed, Ann Swindell

  • Online um Gottes Willen, ein Bibelkurs, Nicola Vollkommer

  • 
 als sĂ€he er den Unsichtbaren, Autobiografie von Georg MĂŒller

Das Hören von aufbauenden Liedern

FĂŒr viele bisher beschriebene Hilfestellungen im Umgang mit Krankheit und Leid braucht es gewisse Kraft. Auch zum Zuhören. Insbesondere von Predigten und Podcasts, auch wenn ich z.B. sehr gern Pastor Latzel zuhöre. Da sind Melodien und Lieder etwas, was „oft noch lange geht,“ selbst wenn andere AktivitĂ€ten wegfallen. Sicher, eine heftige MigrĂ€neattacke verlangt nach absoluter Ruhe. Da „nĂŒtzen“ die schönsten Lieder nichts 
 aber wenn es irgendwie geht, profitiere ich gern davon. Vielleicht dient die folgende Auslese als Idee fĂŒr Dich. Hör gerne rein:

  • Alte geistliche Kirchenlieder wie „Gott ist GegenwĂ€rtig“, „Schönster Herr Jesus“, „Wenn Friede mit Gott“, „Bleibend ist deine Treu“, „Stern, auf den ich schaue“, 


  • Lieder von Magret Birkenfeld und diese gehen auch ĂŒber die „bekannten“ Kinderlieder hinaus 
 „Schau zurĂŒck und sag Danke“, „Du bist wertvoll und von Gott geliebt“ usw.

  • Bibelverse vertont, z.B. „Das merk ich mir!“ von Corina Schweizer. Wenn Kinder Bibelverse singen, bleiben sie viel einfacher hĂ€ngen und die Bibel wird zum Gesangbuch.

  • Evangelium 21 und Lieder der Hirtenkonferenz mit klarer Ausrichtung auf Christus hin, Worte die ausrichten mit dem Evangelium im Zentrum. Spontan denke ich da an „Nur durch Christus in mir“ usw.

  • Lieder von Manfred Siebald wie „Geh unter der Gnade“, „Es gibt so viel wofĂŒr ich danken kann“, „Höchste Zeit“ u.v.m. Manfred Siebald ist von Gott darin gesegnet, AlltĂ€gliches in Worte zu kleiden und zu vertonen. In vielen Liedern habe ich mich wiederentdeckt.

  • Heaven + Earth (Araon Shust) die gesungenen Psalmen wie „The Lord is my shepherd“ klingen noch lange nach und erinnern an die unverĂ€nderlichen Wahrheiten der Schrift.

  • Peter Mengers Lieder sind ein besonderer Segen in unserer Zeit und das trifft nicht nur auf die Kinderlieder wie „Du hast mich wunderbar gemacht“ zu. „Du bist ein Gott, der mich sieht“ ist auch nach Ablauf der Jahreslosung ermutigend.

  • The Clark Family insbesondere das Lied “Sing it now” oder “In GodÂŽs perfect time” 


Es gĂ€be noch viele Titel und Komponisten aufzuzĂ€hlen. Ich preise Gott fĂŒr die Gnade, das Liedgut frei wĂ€hlen zu dĂŒrfen, ohne dafĂŒr verfolgt zu werden. Lieder, die nicht nur das Ohr treffen, sondern auch das Herz. Um auch in schwersten Stunden, wo zum Singen die Kraft fehlt, an Gottes GĂŒte und sein Versorgen erinnert zu werden.

Liebe Leserin, lieber Leser,

mein Gebet zu Gott ist, dass diese Einblicke und Anregungen eine Bereicherung fĂŒr Deine persönliche Nachfolge darstellen. Finde heraus, wovon Du in der Umsetzung profitieren kannst. Ich wĂŒnsche Dir von Herzen Jesu NĂ€he, StĂ€rke und Gnade, mit Gott durch Leid und Schmerz zu gehen. In dem Buch „Alltagsheldin“ kannst Du davon lesen, wie facettenreich das Leiden fĂŒr Jesus aussehen kann und wie der Wunsch nach Heilung in Gottes guter Hand sicher ruhen darf.

Unser Herr segne Dich.

Herzlichst
Liane Wagner

Liane Wagner ist BerufspĂ€dagogin und lebt mit ihrem Mann in NRW. Ihr Anliegen ist, die beste Nachricht der Welt mit anderen Frauen zu teilen: Lebe als Binty – Gottes geliebte Tochter. Unter www.binty.de erfĂ€hrst du mehr.

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