Dornen und Disteln

Bei den vielen Sorgen in meinem Herzen erquickten
deine Tröstungen meine Seele.
Psalm 94,19

Wieder einmal erwische ich mich dabei, wie Sorgen in und um mich kreisen. Sie beschäftigen mich, werden größer, beängstigender. Kennst du das auch? Da sitzt du morgens mit der Bibel in der Hand und kannst dich nicht konzentrieren. Der Trost des Bibeltextes erreicht dein Herz nicht, weil ihn die Sorge erstickt. Vielleicht stehst du schon unter Stress, weil heute soviel Arbeit und Termine auf dich warten. Vielleicht sorgst du dich um deinen Partner oder dein Kind.
Sorgengründe gibt es zu Tausenden.

Jesus verglich Sorgen mit Dornen und Disteln im Herzen (Mt 13,22). Sie wachsen dort heran und ersticken das Wort. Sie rauben Sonnenlicht und Nährstoffe, damit der Glaube nicht wachsen kann. Eine wahre Plage! Sie gehören seit dem Sündenfall nicht nur zu den Ärgernissen der Bauern, sondern im übertragenen Sinne auch zu jeder Anfechtung eines Gläubigen.

Was tun?

 

Gibt es denn Handlungsbedarf?

 

Sollten wir das Sorgen nicht als unser Schicksal hinnehmen?

Sorgen sind in gewissen Umständen normal oder gar unumgänglich, scheint die allgemeine Meinung zu sein. Das entspricht auch oft meinem Empfinden. Doch die Erfahrung zeigt, dass Sorgen nicht aus den Umständen erwachsen, sondern aus einem Herzen, dass sich sorgen will. Denn sobald der eine umsorgte Umstand endlich überwunden ist, findet das Herz sehr bald einen nächsten Sorgengrund. Unkraut vergeht nicht!

 

In manch einem Herzen grünt und blüht es. Doch das täuscht.

Da wächst kein Glaube, sondern üppige überwuchernde Dornenhecken.

 

Tatsächlich sind uns die vielen Sorgen sogar vertraut und lieb geworden. Insgeheim geben sie uns ein gutes Gefühl:
Sorgen wir uns um etwas, fühlen wir uns verantwortungsbewusst.
Sorgen wir uns um jemanden, beweisen wir (uns selbst) damit, wie sehr wir lieben.
Die Liste ließe sich fortführen.

 

Wir fühlen uns im Schatten der Sorge wohler als im hellen Licht des Wortes Gottes.
Wir lassen uns eher von der Sorge austrocknen als uns von Seinem Wort bewässern zu lassen.

Deswegen bedarf es Demütigung vor Gott. Doch wie?

„Wirf deine Sorgen auf den Herrn!“, beantwortete Petrus diese Frage. Indem wir dies tun, demütigen wir uns vor ihm (1. Pt 5,6-7). Wir treten die nie dagewesene Kontrolle bewusst an den ab, der alles unter seiner Kontrolle hat. Ihm können wir völlig vertrauen. In ihm finden wir endlich Frieden. „Denn er sorgt für dich!“

Diese Erinnerung war wohl nötig. Also demütige ich mich vor Gott. Ich geh an die Arbeit, reiß die bereits verwurzelten Sorgen aus und befreie meinen Herzensboden von diesem erstickenden und stechenden Unkraut. Sie müssen mitsamt dem Wurzelgeflecht herausgerissen werden, damit das Wort Gottes ungehindert wurzeln und mein Glaube Frucht bringen kann. Ich will in Zukunft dafür sorgen, dass keine Sorge mehr die Chance erhält sich zu verfestigen.

 

Wie ist das machbar? Wie kann ich das im Alltag umsetzen?

 

Dafür studiere ich die mir verblasste Arbeitsbeschreibung dieser stetigen „Gartenarbeit“ mitsamt der kostbaren Frucht, welche sie hervorbringt:

Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. 

» Philipper 4,6-7

Was bedeutet das? Ich verstehe das so:

 

Wenn Sorgen erstehen, sollen sie keinen fruchtbaren Boden in meinem Herzen finden. Sie dürfen nicht genährt, bewässert noch aufgezogen werden. Stattdessen soll ich sie vor Gott im Gebet ausbreiten, wenn nötig mit inbrünstigem Flehen. Ich entschließe mich bewusst dazu Ihm zu vertrauen. So werfe ich die Sorge auf Ihn, der für mich besorgt ist. Er wird sich dessen annehmen. Also gibt es jede Menge Grund zum Danken und als Lohn ein Herz, dass vom Frieden Gottes regiert wird.
Vielleicht nicht sofort. Vielleicht reicht weder ein noch zwei oder auch drei Gebete dafür aus, -aber irgendwann wird der Friede Gottes mein Herz auch in dieser Sache regieren. Weil Er es versprochen hat.

 

Nun, auf zur Tat! Denn ich will nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes sein.

 

Wie steht es mit Dir?

Deshalb sage ich euch:

Macht euch keine Sorgen um das, was ihr an Essen und Trinken zum Leben und an Kleidung für euren Körper braucht. Ist das Leben nicht wichtiger als die Nahrung, und ist der Körper nicht wichtiger als die Kleidung?
Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch.
Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

» Matthäus 6,25-26

Hier kannst du zu dem Thema weiterlesen:
Gottes Stoppschild für Angst und Sorge

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